Ein Weg durchs Labyrinth

Ein Mensch ist immer das Opfer seiner Wahrheiten.
-Albert Camus


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Liliengrab

Der Wind  trägt sie fort, ohne Grund und ohne Sinn. Leise und unbemerkt zieht er vorbei, ein leichter Hauch, eine sanfte Brise, die mein Haar umspielt. Er liebkost mich, erwartet nichts. Ich ziehe mit ihm, völlig ohne Grund und ohne Sinn.

Was ist und einmal war zieht an mir vorbei. Ohne Hallo und ohne Tschüß, ganz so, als kenne man sich nicht. Schmerzerfüllt folge ich bis zum ersten Widerstand, der Furcht einflößend den Platz, der mir zu steht, einnimmt. Ich schaue mich um und finde nichts, weder einen Weg, der mich lenkt, noch die Fäden, die mich zogen.

Verloren, das bin ich, an einem Ort ohne Wiederkehr. Ich lasse meinen Gedanken freien Lauf, lasse sie wachsen. Sie richten sich auf; bahnen sich ihren Weg, doch verlieren sich im Nirgendwo.

Ich versinke inmitten welker Lilien, die stumm ihr Lied anklingen. Jede Bewegung, jeder Atemzug brennt  im Herzen, dessen Schreie die Harmonie der Melodie stören und die Fäden stärken. Oh könnt ich doch nichts spüren!

22.10.08 20:15


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Spieluhr

Ruhelos gehe ich weiter und weiter, ohne Halt auf dem Weg zum Ursprung der Melodie. Fuß für Fuß, Schritt für Schritt, Stein für Stein, Stock für Stock. Es ist strapazierend, ganz gewiss, doch rasten mag ich nicht.

 

Jeder weitere Schritt zehrt einen Faden, doch zu gleich schaffen Gedanken neue Triebe, die sich zu verlieren drohen. Gerne schaue ich ihnen zu, doch darf ich mich nicht ablenken lassen und muss mich völlig auf den Weg konzentrieren. Unachtsamkeit, das sah Vernunft nicht gerne. Drum folge ich brav und treu.

 

Viele Schöne Blumen erstrecken sich nach mir und versuchen zu verlocken, doch ich widerstehe mit dem Ziel vor Augen. So sehr sie nach mir greifen, sie sich nach mir sehnen, ich kann sie weder sehen noch hören. Traurig bin ich nicht – ich habe mein Ziel vor Augen.

 

Langsam bewege ich mich und doch ganz schnell. Ich achte auf jeden Schritt und kann ihn doch nicht kontrollieren. Ich schaue zu, von oben herab, wie ich Schritt für Schritt den Weg passiere. Die Fäden lenken mich, ich vertraue ihnen und folge gerne ihrem Willen. Ich nehme ihren, sie den meinen.

 

Nah, ganz nah bin ich nun. Nur eine Station auf meiner langen Reise – die erste, doch nicht die letzte. Ich horche – und höre nichts. Ich rieche – und rieche nichts. Ich sehe – und…sehe sie.             

 

Dort steht sie stolz und unbefleckt und spinnt des Lebens zarte Fäden. Ihre Melodie erklingt in meinen Ohren – eisern und doch herzlich. Ich höre ihre Stimme. Sie ist es, die mich vorantreibt.                      

Langsam dreht sie sich. Langsam, ganz sachte. Ein Stückchen Hoffnung auf dem weiten Felde.

 

Ich habe sie gefunden.

 

Doch rasten darf ich nicht.

 

Weiter, immer weiter.  Sie lässt mich nicht ruhen, meine Spieluhr.

22.10.08 20:14


Stillstand


Umschlossen in vollkommener Leere suche ich den Faden, der mich lenkte. Ich kann mich drehen, ich kann mich umschauen, völlige Dunkelheit ist, was ich erblicke.

 

Meine Gedanken ein leichtes Lüftchen, mein Körper ein schwerer Stein. Will ich nach rechts, bleibe ich stehen. Will ich mich setzen, so bleibe ich stehen.

 

Verzweiflung im Kampf gegen Wut, völlige Leere gegen Überfüllung. Chaos gegen Ordnung. Frage gegen Antwort.

 

Was einst verstanden, wirft nun Fragen auf, die nicht beantwortet werden können. Was einmal war und nun ist, verliert sich.

 

So nah am Ende und doch am Anfang. Schwer der Versuch dem Ruf der Resignation zu widerstehen. Sie lockt mich mit süßen Worten, liebkost mich, verspricht mir das Ende. Doch ich fühle. Ich ignoriere die Verlockung, denn ich fühle.

 

Die Melodie ist verstummt, die Zeit erstarrt.

 

Ich muss suchen.

 

Verloren in vollkommener Leere, verloren im ewigem Stillstand.
22.10.08 20:14


der Hut

Ich setze meinen Hut auf und werde Kind.

 

Ganz groß und Furcht einflößend sieht die Welt schon aus von hier unten. Aber irgendwie auch doch nicht. Eigentlich recht angenehm.

Ein Schritt nach vorn, ein schritt zurück und ein großer Sprung nach vorn. Ganz leicht und unbeflügelt gehe ich nun den Weg entlang vorbei an großen Bäumen.

Ein prüfender Blick zurück und weiter geht’s. Ich summe die Melodie, die mich auf Trab hält, doch breite ich die Flügel aus, spüre ich nichts.

 

Kind sein, das mag ich.

 

Des Gedächtnis’ Kopien sind zahlreich. Leicht verschwommen, aber farbenfroh und doch leicht erkennbar, wenn auch nicht beschreibbar.

 

Ein Schritt nach vorn, ein Schritt zurück.

 

Ich ziehe die Arme ein mit leichtem Widerstand und dreh’ mich um die eigene Achse.

Hoppla, auf dem Boden sollte ich nicht landen. Noch ein Blick umher, nach vorne und zurück und auf,

 

Treff ich den Wolf, so frag ich ihn nach Mut, den ich damals verlor, als Verstand ging. Vielleicht sah er ihn, der Wolf. Vielleicht hilft er mir bei der Suche. Oh doch, ich glaub’ es fest.

 

Zwei Schritt’ vor, ein Schritt zurück.

 

Ich rücke meinen Hut zurecht. Fein will ich aussehen, wenn ich den Weg entlang gehe, das schönste Kleid trage ich. Es lohnt nicht, doch es kümmert mich nicht. Ich fühle mich wohl und mag es so.

 

Noch ein Blick zurück. Alles sieht so fern aus, als wäre ich nie da gewesen. Ich greife nach dem Wölkchen und greife doch ins Leere. Mag es haben, aber doch nicht willenlos.

Begleiten soll es mich, solang es mag. Mein stetiger Begleiter sein und mit mir spielen, mir helfen in der Not. Doch zwingen mag ich’s nicht. Sicher bin ich mir, dass es mir dennoch folgt. Ein schlechter Mensch, das bin ich noch nicht.

 

Komm, Wölkchen, komm.

 

Eine leichte Brise weht es hinter mir her, tanze ich den Weg entlang immer weiter wie die Melodie mich zieht. Ich spüre den sanften Ruck an meinen Armen, doch beachte ihn nicht. Ich sehe den feinen Faden, doch beachte ihn nicht. Zu aufregend ist der Tanz er Kindheit.

 

Zwei Schritt vor, ein Schritt zurück.

 

Meine Gedanken verflechten sich unkontrolliert zu einem großen Schirm, der mich umgibt. Nur molekülartige Bruchstücke verlieren sich im Chaos und ziehen verspielt an den Fäden.

 

Zwei Schritt vor.

 

Ich höre genau hin und folge weiter der Melodie. Metallisch und doch sanft ruft sie mich und führt mich zum, Karussell ohne Wiederkehr.

Fast mechanisch lasse ich mich gleiten und vergesse alles, was hinter mir liegt.

 

Ein Schritt vor.

 

Zwei Schritt vor.

 

Ich horche und lasse mein Herz selbst zur Spieluhr werden. Es antwortet mit Noten und Linien, doch verstehen tu’ ich’s nicht. Ich folge dem Schlüssel und suche und suche, doch ich finde es nicht. Schaue nach rechts, schaue nach links. Ein Schritt nach rechts, ein Schritt nach links.

 

Über mir ein Wirrwarr einzelner verketteter Wörter, die nicht ganz zusammen passen und doch den Weg in die Freiheit nicht finden. Oh nein, mein Schirm! Die Farben fließen zu Boden und verlieren sich, sodass er verblasst bis zum kompletten Verschwinden. Mich fröstelt’s und ich suche Schutz, doch so ganz ohne Gedanken, ohne meinen Schirm finde ich nichts.

 

Ich will hier weg.

 

Ich lege meine Hände auf den Hut und setze ihn ab.

Nun stehe ich hier. So ganz ohne Hut.

Ich schaue mich um.

Zwei Schritt zurück.

Meine Flügel verlieren sich in den ungesättigten Farben.

 

Ich war Kind und bin es immer noch. 

 

22.10.08 20:12


Tanz im Chaos

Schritt für Schritt den Rand entlang. Der Tanz, der niemals endet, ohne Takt und Melodie. Die Suche gab ich längst auf, mit dem Wissen, die Zeit hat sie verschlungen. Wie sie es tat, ist ungewiss, doch dass sie es tat, ist genug zu wissen.

 

Spröde Fäden leiten und ziehen mich, aber ein Entkommen ist dennoch chancenlos. Zu stark sind sie noch, doch irgendwie will ich auch nicht fort. Ich fühl mich wohl inmitten stummer Tränen, die sich weigern zu vergießen.

 

Ich breite meine schwachen Arme aus, bin ein Vogel im Wind. Frei und doch gefangen. Meine Finger suchen die Fäden, doch spüren nur den Ruck an meinen Gliedern. Ruck um Ruck dem Wege nach ins Ungewisse.

 

Beißend und stechend ist der Geruch, der sich in meine Nase verirrt. Die Kälte, ich rieche sie so deutlich wie nie zuvor. Würzig und süß ist er, der Geruch. Klar und rein. Ich schließe die Augen und atme tief ein, genieße den tiefen Zug, den einzigen Sinn, den ich noch spüre. In sanften Wellen durchströmt er den Kern und gibt der Hülle neue Kraft. Ich spüre die Kälte, spüre sie tief in mir. Unangenehm ist es sicherlich nicht.

 

Ich ziehe meine Flügel ein, es ist noch lange nicht Zeit. Den Ort, an dem ich Geduld verlor, muss ich noch finden, ich will sie suchen und wieder lieben lernen. Ich bin mir sicher, sie erzählt mir von Verstand.

 

Doch zuerst muss ich mich fallen lassen und mir bewusst werden, dass es meine eigenen Hände sind, die meine Augen verdecken. Erkennen, dass die Fäden meine eigenen Gedanken sind, die sich im Chaos verlieren.

22.10.08 20:12


Ironie

Ironie, oh Ironie.
Meine Geliebte, meine Standartausrüstung.
Verlass mich nicht, oh Ironie.
Ich mag dir schenken, allerlei. Wie wäre es mit Treue? Ganz frisch vom Markt? Oder Satirik?
Sag mir, was dich reizt, oh geliebte Ironie.
Ohne dich nur die Hälfte und mit dir herzenbrechend.
Oh, Ironie, Sag, was dich bedrückt. Dir fehlt dein Glanz, du bist erblasst, komm mit mir Ironie.
Folge der Melodie, addiere dich zum Karussell.
Vertraue mir, vertraue ihm.
Oh Ironie, bereu' es nicht. Die Illusion bekommt dir nicht.
Oh Ironie, streite nicht.
Meine Vernunft, sie spricht nicht gern. Doch dich schließt sie ins Herz.
Oh Ironie.
Erstarre nicht.

22.10.08 20:12


Füsilier

Der Wagen Emphyrium
offenbart seine schönste Seite:
Lilien liiert mit
des Karussells Ressource,
dienen mefitisch
als Accessoires.
Melancholie
namens
Pneumatologie
schließt die Melodie
in ihre Arme.

22.10.08 20:11


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